Gutachten zu Überspannungs- und Blitzschäden

War es der Blitz, oder war das Gerät am Ende seiner Lebensdauer? Wir belegen oder widerlegen die Überspannungsursache mit Blitzortungsdaten, Spurenbild und Röntgenprüfung.

Für wen

Überspannung wird oft gemeldet und selten belegt. Ein Wechselrichter, der nach acht Jahren ausfällt, ist meist verschlissen, auch wenn es am Vortag gewittert hat. Wir liefern Ihnen die Entscheidungsgrundlage: Blitzereignis am Ort und zur Zeit, typisches Spurenbild an der Elektronik und nachvollziehbarer Einkopplungsweg, oder eben nicht.

Niederspannungsverteilung mit ausgelöstem und verkohltem Überspannungsableiter Typ 2, Gutachten zu Überspannungs- und Blitzschäden
Bild KI-generiert, keine Aufnahme aus einem Auftrag.

Typische Schadenbilder

  • Wechselrichter, Datenlogger und Kommunikationsschnittstellen nach Gewitter
  • Batteriespeicher und Energiemanagement mit ausgefallenen CAN- oder RS485-Modulen
  • Heizungsregelung, Wärmepumpe und Pumpensteuerung nach Blitzeinwirkung
  • Aufzugssteuerungen, Brandmeldeanlagen und Gebäudeautomation
  • Induktive Einkopplung über Daten- und Netzwerkleitungen mit mehreren betroffenen Geräten
  • Schäden trotz vorhandenem Blitzschutz bei Blitzstromstärken über der Auslegungsgrenze

Beweisfragen, die wir beantworten

  • Ist ein Blitzereignis am Schadenort zum Schadenzeitpunkt zeitlich und örtlich plausibel?
  • Zeigt die Elektronik ein für Überspannung typisches Spurenbild oder altersbedingten Verschleiß?
  • Über welchen Weg wurde die Überspannung eingekoppelt: direkter Einschlag, leitungsgebunden oder induktiv?
  • Haben Mängel am inneren Blitz- und Überspannungsschutz das Ausmaß mitverursacht, und besteht ein Regress?
  • Sind die vorgelegten Reparaturkosten schadenbedingt und marktüblich?

So prüfen wir

Systematische Ausschlusslogik: Jede denkbare Ursache wird einzeln geprüft und begründet ausgeschlossen, bis die wahrscheinlichste verbleibt.

  1. Abfrage der Blitzortungsdaten für Schadenort und Zeitraum
  2. Sichtprüfung des Schadenguts, Zerlegung und Altersbestimmung über die Datecodes der Bauteile
  3. Prüfung auf Schmauchspuren, aufgeplatzte Halbleiter, verdampfte Leiterbahnen und Bonddrähte
  4. Feinfokus-Röntgenprüfung der Halbleiter, wenn äußerlich keine Spuren erkennbar sind
  5. Prüfung der Schutzmaßnahmen am Objekt: Ableiter, Potentialausgleich, Schirmung, Trennungsabstände
  6. Abgleich des Ausfallzeitpunkts mit dem registrierten Ereignis und Prüfung weiterer Geräte im Objekt
  7. Kostenprüfung, Zeitwertermittlung nach Bewertungsleitfaden bei überschrittener Nutzungsdauer

Das Ergebnis

Sie erhalten eine eindeutige Zuordnung: Überspannungsschaden oder Betriebsschaden. Bei Überspannung benennen wir den Einkopplungsweg und bewerten den inneren Blitzschutz nach DIN EN 62305. Bei Verschleiß begründen wir den Ausschluss so, dass er vor dem Versicherungsnehmer und vor Gericht Bestand hat.

Häufige Fragen

Reicht die Aussage des Reparaturbetriebs, dass es Überspannung war?

Nein. Reparaturrechnungen nennen häufig Überspannung als Ursache, ohne dass die Bauteile untersucht wurden. Die Zuordnung ergibt sich erst aus Blitzdaten, Spurenbild und Bauteilalter zusammen.

Was ist, wenn das defekte Gerät schon entsorgt wurde?

Dann bleibt nur die Plausibilitätsprüfung nach Aktenlage und Blitzortungsdaten. Die Ursache lässt sich nicht mehr verifizieren, und das Gutachten sagt das auch so.

Prüfen Sie auch kleinere Schäden nur nach Unterlagen?

Ja. Bei geringer Schadenhöhe erstellen wir eine Belegprüfung mit Blitzdatenabgleich und Rechnungsprüfung ohne Laboruntersuchung.

Anfrage zu diesem Schadenbild

Kurz die Eckdaten, wir melden uns am selben Werktag mit einer Einschätzung zum Vorgehen.

Sie haben einen Fall?

Rufen Sie an oder senden Sie uns die Schadenmeldung mit Ihren Beweisfragen. Wir melden uns am selben Werktag zurück.

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